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Vermutlich gab es kurz vor 1783 in Hecheln eine schlichte und kleine Kapelle – St. Wendelin

(Grundfläche 18m²). Am 30. Januar 1797 erfolgte die Weihe der Kapelle.

Anlässlich der Kirchenvisitation 1879 vermerkte der Mühlinger Pfarrer, dass in der Filialkapelle zu Hecheln jährlich sieben stille, Heilige Messen an Werktagen zelebriert werden sollen.

1907 bzw. 1914 waren es noch 5 Heilige Messen, davon 3 Messen ohne Applikationsverpflichtung.

 

Nötige Reparaturen waren offenbar über Jahrzehnte aufgeschoben oder nur notdürftig durchgeführt worden. 1909 jedenfalls war das kleine Kirchlein baufällig und bereits kaum mehr zu retten. Spontan erklärten sich 1910 zwei wohlhabende Hechelner Bauern dazu bereit, für einen Neubau den Bauplatz zu stiften.

1921 lagen die vom Bauamt Konstanz angefertigten Pläne und Kostenvorschläge zu einem Neubau auf dem Tisch. Zur Ausführung kam das Projekt nicht, offenbar mangels Geldmittel.

 

1936 mische sich das Bezirksamt Stockach in die Sache ein. Das Amt veranlasste die Schließung der baufälligen Kapelle und verlangte, dass sie entweder ordnungsgemäß instandgesetzt oder abgebrochen wird.

Der Bürgermeister von Hecheln schlug vor, das Wendelinsfest am 20 Oktober 1936 in Mühlingen abzuhalten und dort für den Kapellenbau Geld zu sammeln, offenbar vergeblich.

 

Nach Kriegsende ergriff im September 1945 der frühere Bürgermeister der Gemeinde Hecheln die Initiative. Er fragte das Landsratsamt um Genehmigung einer öffentlichen Sammlung, die er auch bekam. Diese wurde im März 1946 in der näheren und weiteren Umgebung durchgeführt, so auch in Heudorf und Hoppetenzell und war ein voller Erfolg.

Das Geld reichte zwar noch nicht, doch wenn der Rohbau stand, wollten mehrere Personen eine höheren Betrag spenden. Dem Neubau stand nun nichts mehr im Wege, doch es wurde wieder nichts – es fehlte der Materialverbraucherschein.

Als sich Pfarrer Fleck im Juli 1947 an den Kommandanten Militaire in Freiburg wandte hieß es, es könnten nur noch Baumaterialgesuche für 1948 beantragt werden. Die Währungsreform 1948 machte schließlich alle diese Pläne zunichte.

 

Nachdem das Landratsamt wieder intervenierte, nahmen die Hechelner 1953 den Kapellenbau alleine in Angriff. Eingespart wurde vor allem durch Stiftungen von Holz, Kies und Sand, durch Eigenarbeit bei Erdarbeiten, Transport und Zimmererarbeiten, sowie durch eine möglichst schlichte Ausstattung.

Noch im Sommer 1954 wurde die seit vielen Jahren geschlossene, mittlerweile „völlig abbruchreife“ alte Kapelle abgerissen. Von Oktober 1955 bis Ende 1957 bauten die Hechelner „Ihre Kapelle“. Viele spendeten erst, nachdem der Bau tatsächlich begonnen worden war. So entstand ein sehr schlichter Rechteckraum mit Dachreiter, der knapp 50 Gläubigen einen Sitzplatz bietet.

 

Zwar ist die Kapelle St. Wendelin sicher kein Kunstdenkmal im klassischen Sinn, doch zweifellos ein Symbol für die Frömmigkeit und den ungebrochenen Willen der Katholiken in Hecheln.

 

Jedes Jahr findet am Erntedank ein Gottesdienst in der schön geschmückten Kapelle statt.

Das Kirchenpatrozinium wird am 20. Oktober mit einem Gottesdienst gefeiert.

 

Gerne kommen Menschen aus Nah und Fern, um in der kleinen Kapelle Hochzeiten oder Taufen abzuhalten.

 

Die Kapelle wird von der Seelsorgeeinheit Mühlingen, Pfarrer Hartwig-Michael Benz, mitverwaltet.

 

 

Der Schutzpatron St. Wendelin


Der Hl. Wendelin ist der Patron des Landvolkes. Er war ein Königssohn aus Irland. Er verzichtetet auf den Thron und pilgerte in das Frankenreich später ließ er sich in der Nähe von Trier nieder. Eines Tages begegnete er dem Grafen von Tholey, der ihn unbekannterweise als Viehhirten anstellte. Hierbei erwarb er umfassende Kenntnisse über seine ihm anvertrauen Tiere, ihre Krankheiten und deren Heilung.
Später wurde er Mönch und Einsiedler und schließlich zum Abt des Klosters bei Tholey gewählt. Hier starb er. Schon zu seinen Lebzeiten kamen Bauern und Hirten zu ihm und holten Rat bei Tierkrankheiten und Seuchen. Nach seinem Tod wurde sein Begräbnisort zu einer Wallfahrtsstätte, nachdem man dort eine Kapelle gebaut hatte. Es siedelten sich Menschen an und gaben dem Ort den Namen St. Wendel. Als 1320 die Gegend auf die Fürbitte Wendelins von einer schweren Viehseuche befreit wurde, baute man ihm zu Ehren eine große Kirche und überführte seine Gebeine dorthin.
Viele Kirchen und Kapellen im Erzbistum Freiburg haben St. Wendelinus zu ihrem Patron erkoren.

 

 

 

Wendelinus-Lied

 

Wir heben Herz und Hände zu Dir, o Gott, empor!

Uns Schutz und Hilfe sende, aus Deiner Heilgen Chor.

Sankt Wendelin, den frommen, getreuen Fürstensohn,

heiß uns zu Hilfe kommen, als lieben Schutzpatron.

 

Sankt Wendelin, wir schauen, mit Lust Dein edles Bild

Und flehen voll Vertrauen: Sei uns ein Hirte mild.

Behüte unsre Herden, in Wachstum und Gedeihn

Und lass zum Segen werden, was wir Dir gläubig weihn.

 

Beschütz in Stall und Herde Pferd, Schaf und Schwein und Rind

Und hilf, dass wir in Würde, der Schöpfung Krone sind.

Wend Seuchen und Gefahren, von unsern Herden ab

Und tu auch uns bewahren, vor einem jähen Grab.

 

Du hast gering geachtet, die Güter dieser Welt

Und gerne das betrachtet, was Gott, dem Herrn, gefällt.

In allen Mühn und Sorgen, Sankt Wendelin, verleih,

dass unser Herz geborgen in Gottes Willen sei.