Das 1329 zum ersten Mal erwähnte Dorf Zoznegg war kirchlich seit jeher als Filialgemeinde der Pfarrei Hoppetenzell angegliedert.

Die Zoznegger Katholiken gingen seit Jahrhunderten nach Hoppetenzell zum Gottesdienst, heirateten dort und wurden auf dem dortigen Friedhof bestattet.

 

Im Jahre 1568 erbauten die Zoznegger ihre eigene Kapelle mitten im Dorf. Eine einfache, barocke Bauform ohne besonderen Kunstwert. Diese wurde 1577 eingeweiht.

 

Durch das Drängen nach kirchlicher Eigenständigkeit konnte der Pfarrer aus Hoppetenzell zu einer ausreichenden Seelsorge verpflichtet werden. Dem Wunsch nach einer eigenen Kaplanei wurde aber nie entsprochen.

 

Baupflicht und Eigentum lag bei einem Kapellenfond, wurde aber wesentlich von der Gemeinde und Bürgern getragen. Die inzwischen viel zu klein gewordene Kapelle, mit nur 44 Sitzplätzen, wurde 1923 abgerissen.

 

Die Zeit für einen Neubau drängte, da die zunehmende Inflation für die Finanzierung zusehends Probleme bereitete. Der Gemeinderat trieb den Neubau mit dem Erweb des neuen Bauplatzes voran. So konnte, der widrigen Zeit zum Trotz, die Kirche 1924 fertig gestellt werden.

 

Ein schlichtes, klassizistisches Gotteshaus, das aus Kostengründen erst 1933 von den Gebrüder Hemberger ausgemalt wurde. Das Schmuckstück stellt der barocke Hochaltar dar, ein Werk von Joseph Bieg aus Engen um 1777. Woher der Altar ursprünglich kam ist unbekannt. Die bunten Deckenbilder zeigen Szenen des Märtyrers Veit. Der Seitenaltar mit Madonna und der Beichtstuhl mit aufgesetzter Kanzel entstanden während der Bauzeit.

 

Im Jahre 1945 waren polnische Bischöfe anlässlich des 550ten Jahrestages des Konstanzer Konzils Gäste bei Familie Wilhelm Uhl in Zoznegg.

 

Die dem 2. Weltkrieg zu Opfer gefallenen Glocken konnten im Jahre 1954 durch drei neue ersetzt und geweiht werden.

 

Da Zoznegg seit der Gemeindereform zur politischen Gemeine Mühlingen gehört, wurde der Ort kirchlich sinnvollerweise 2001 als eigenständige Filialgemeinde der Seelsorgeeinheit Mühlingen zugeordnet.

 

 

Kirche St. Vitus Zoznegg Über dem Eingangsportal Innenansicht
Kirche St. Vitus Zoznegg Über dem Eingangsportal, neuzeitliche Bronzestatue des Hl. Vitus, gestiftetvon Matthäus Uhl aus Zoznegg Innenansicht
 

 

 

 
 Deckengemälde Deckengemälde Barocker Hochaltar  
Deckengemälde, Darstellung, der Märtyrer St. Vitus
wird von Engelnaus dem Kessel mit siedendem Öl gerettet.
Barocker Hochaltar von Joseph Bieg aus Engen(1777)
 

 

 

 
Marienalter Blick zur Empore Eckmedaillons
Marienalter um 1923 Blick zur Empore mit Orgel Eines der vier Eckmedaillons welche das Leben des Märtyrers St. Vitusdarstellen.