Eine Pfarrei mit Pfarrkirche hat mindestens seit 1275 bestanden. Nur wenig ist aus der Zeit bis 1497 überliefert, in diesem Jahr wurde die erloschene Pfarrei wieder errichtet.

Mainwangen war ein kleines, locker bebautes Dorf. Die Blütezeit der Pfarrkirche begann ab 1594, als das mächtige Zisterzienserkloster Salem den Ort in Besitz nahm. 1609 wurde die Kirche unter Salemer Regie grundlegend saniert.

Der in Mainwangen geborene Augsburger Weihbischof Caspar Zeiler stiftete Einiges für die Innenausstattung des Gotteshauses.

Das allmählich baufällige und zu klein gewordene Kirchlein wurde 1712 durch einen barocken Neubau ersetzt und 1717 durch den Konstanzer Weihbischof Conrad Ferdinand geweiht. Federführend war dabei der Salemer Abt Stephan Jung.

An der Innenausstattung arbeiteten namhafte Salemer Künstler, hauptsächlich jedoch der Bildhauer Johann Pölland aus Schongau, Stiefgroßvater des im Bodenseeraum bekannten Anton Feuchtmayer. Bei ihm ging Feuchtmayer in die Lehre, und dieser schuf unter Anderem den Ecce-Homo-Christus für die Mainwanger Kirche.

Das Dorf besaß nun, Dank des Salemer Klosters, ein reiches, beeindruckendes, ja pompöses Gotteshaus. Reich verziert mit Stuckmarmor, Gipsstuck und zahlreichen Figuren.

Bei einer großen Renovation 1874 wurde, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, der gesamte Stuckmarmor mit grauer Farbe überstrichen.

1930 ließ Pfarrer Seidler die „kunstverschandelte“ Kirche wieder in ihren ursprünglichen Glanz zurückversetzen.

Bei jüngsten Renovationen wurde auf dem Speicher der Kirche eine seltene Brettergrippe von Georg Messmer (1715-1798) entdeckt – bemalte Holzbretter, wie es sie nur noch im Kloster Weingarten und Weissenau gibt.

Kunsthistorisch wertvoll ist auch der barocke geschnitzte Glockenstuhl mit einer frühgotischen Glocke aus dem Jahre 1320 und zwei Glocken aus dem Jahre 1760.

Die Pfarrei erlebte eine wechselvolle Geschichte, häufige Pfarrwechsel und Betreuung durch Pfarrverweser, zuletzt von Pfarrer Dezenter aus Gallmannsweil (1952-1992) und bis heute durch Pfarrer Benz aus Mühlingen.

Mainwangen gehört seit 2001 zur Seelsorgeeinheit Mühlingen.

St. Peter und Paul gilt seit den Renovationen 1988-1993 als eine der schönsten Rokoko-Kirchen der Gegend.

Ein Besuch lohnt sich!

 

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St. Peter und Paul Mainwangen St. Peter und Paul Mainwangen St. Peter und Paul Mainwangen
 

 

 

 
Innenansicht Seitenaltar links-Tod Mariens (C.Fuchs) Seitenaltar rechts-Marthyrium Hl.Katharina v.Alexandrien (C.Fuchs)
Innenansicht Seitenaltar links-Tod Mariens (C.Fuchs) Seitenaltar rechts-Marthyrium
Hl.Katharina v.Alexandrien (C.Fuchs)
 

 

 

 
 Ecce-Homo-Christus (F.J.Feuchtmayer) Schmerzensmutter Deckenbild-Maria erscheint dem Hl. Bernhard v.Clairveaux-Gründer des Zisterzienserordens
Ecce-Homo-Christus (F.J.Feuchtmayer) Schmerzensmutter Deckenbild-Maria erscheint dem Hl. Bernhard v.Clairveaux-Gründer des Zisterzienserordens
 

 

 

 
Hl.Wendelin (J.Polland) Hl.Joachim (J.Polland) Patrone Petrus und Paulus
Hl.Wendelin (J.Polland) Hl.Joachim (J.Polland) Patrone Petrus und Paulus
 

 

 

 
  Hl.Anna selbdritt  
  Hl.Anna selbdritt